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Google Analytics – Ja oder Nein?

Einleitung

Die Analyse der Zugriffe auf eine Website ist für jeden Website-Betreiber von entscheidender Bedeutung. Denn es ist für einen Website-Betreiber (auch für sehr kleine Websites) sehr wichtig, nicht nur die Besucherzahlen der Website zu kennen, sondern zu verstehen, wie sich Besucher auf der Website verhalten. Und ein Analyseprogramm kann die Antworten auf diese Fragen liefern.

Und, um dieses Fazit des Artikels einmal vorwegzunehmen, auf der Suche nach einem solchen Analyseprogramm werden Sie an Google Analytics kaum vorbeikommen. Die kostenlose Standard-Version von Google Analytics bietet bereits mehr Funktionen als die meisten kostenpflichtigen Versionen der Konkurrenz (und mit Sicherheit genug für fast jede Website), es lässt sich problemlos in jede Website integrieren, es ist bei den Standardfunktionen einfach zu bedienen und liefert sehr schön aufbereitete Ergebnisse.

Deswegen geht dieser Artikel auch kaum auf Alternativen ein (ich habe einige ausprobiert und war nicht sehr begeistert), sondern erläutert viel mehr die Vor- und Nachteile aus meiner Sicht. Und Sie werden hier auch keine tiefgreifenden Informationen über die Bedienung oder Installation von Analytics oder über das Lesen der Statistiken finden. Zum einen ließen sich mit diesen Themen mühelos ganz Bücher füllen, zum anderen finden Sie in den Google-Hilfeseiten und auf hunderten von Webseiten (meist aus dem Marketing-Bereich) jede Menge Informationen über diese Themen.

Wenn Sie allerdings Argumente für oder gegen den Einsatz von Google Analytics finden möchten oder einfach nur die Grundlagen verstehen wollen, dann sind Sie hier genau richtig.

Die Funktion von Analyseprogrammen

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten zur Analyse des Verkehrs auf einer Website. Zum einen gibt es die sogenannte serverbasierte Lösung. Diese Lösung greift auf die Protokolle des jeweiligen Webservers zurück und bereitet diese (meistens grafisch) auf. Diese Lösung kann sowohl direkt auf dem Server als auch als Programm (beispielsweise unter Windows) laufen und greift auf die server-seitigen Protokolle zurück.

Ein Vorteil dieser Lösung liegt natürlich darin, dass keine Eingriffe in die Website nötig werden, da nur die (sowieso vom Webserver geführten) Zugriffsprotokolle ausgewertet werden. Der größte Nachteil liegt in der begrenzten Verfügbarkeit von Daten und darin, dass kaum anständige (und schon gar nicht gleichzeitig kostenlose) Produkte auf dem Markt verfügbar sind.

Zum anderen gibt es die sogenannten clientbasierten Lösungen, bei denen das Verhalten der Besucher auf der Website aufgezeichnet und diese Daten an die Analysesoftware übertragen wird. Die Aufzeichnung kann hierbei entweder über JavaScript oder über ein sogenanntes Zählpixel (bei deaktiviertem JavaScript) durchgeführt werden.

Der Vorteil dieser Lösung liegt in der Verfügbarkeit sehr ausgereifter und benutzerfreundlicher (und im Falle von Google Analytics sogar kostenlos verfügbarer) Analyseprogramme. Der größte Nachteil ist ebenso offensichtlich. Zum einen wird die Datenübertragung durch den jeweiligen Webbrowser gesteuert und kann daher durch den Benutzer unterdrückt werden, zum anderen werden Benutzerdaten an einen externen Server übertragen (was datenschutzrechtlich problematisch sein kann).

Dieses clientseitige Verfahren ist das heutzutage weit überwiegend genutzte. Und hier ist Google Analytics mit über 29 Millionen aktiver Websites (Quelle: buildwith.com) das mit großem Abstand meistgenutzte System.

Die Vorteile von Google Analytics

Millionen von Website-Betreibern verlassen sich heutzutage auf Google Analytics. Und das liegt daran, dass es gegenüber allen anderen Analyseprogramme einige handfeste Vorteile aufweist.

  • Es ist kostenlos verfügbar
  • Die Installation ist einfach
  • Es ist sehr ausgereift und benutzerfreundlich
  • Es lässt sich mittlerweile DSGVO-konform einsetzen
  • Es funktioniert mit allen möglichen Quellen (PC’s, Mobilgeräte usw.)
  • Es ermöglicht die Erstellung benutzerdefinierter Berichte
  • Es ermöglicht die plattformübergreifende Verknüpfung mit anderen Google-Produkten
  • Es ermöglicht die Verfolgung von E-Commerce-Aktivitäten
  • Es wird ständig weiterentwickelt
  • Es gibt von Google sehr gute Hilfeseiten und kostenlose Online-Schulungen

Einige dieser Funktionen (Verknüpfung mit anderen Google-Produkten, E-Commerce-Verfolgung, Tracking individueller Benutzer) können allerdings aus datenschutzrechtlicher Sicht recht problematisch sein und bedürfen deswegen vor dem Einsatz einer grundlegenden Analyse.

Der Hauptvorteil dürfte für die allermeisten Anwender in der kostenlosen Verfügbarkeit, der einfachen Bedienbarkeit und der wirklich sehr einfachen Einbindung, besonders in Wordpress, liegen.

Die Nachteile von Google Analytics

Aber natürlich ist Google Analytics wie die meisten Dinge im Leben nicht perfekt und weist auch einige Nachteile auf. Und auf die möchte ich im Folgenden zu sprechen kommen.

  • Es ist nicht wirklich kostenlos (dazu gleich mehr)
  • Bei der Einrichtung sind ein paar Dinge zu beachten, wenn man Google Analytics in datenschutzrechtlich unbedenklicher Form einsetzen möchte
  • Viele weitergehende Funktionen sind zwar durchaus vorhanden, bedürfen aber einer gründlichen Einarbeitung in die Materie
  • Google Analytics speichert keine Rohdaten, sondern nur die aufbereiteten Analyse-Daten (zumindest nicht für den Benutzer zugänglich)
  • Google Analytics ist ein beliebtes Ziel für Blocking-Programme
  • Erfordert ständiges Training

Der größte Nachteil von Google Analytics ist zugleich der größte Vorteil. Und er liegt in der Geschäftsidee von Google begründet. Denn Google bietet eine Unmenge von Tools völlig kostenfrei für den Benutzer an. Aber im Gegenzug bekommt Google Ihre Daten von Ihnen gratis zurück und kann diese vermarkten. Und was genau Google mit diesen Daten so alles anstellt, ist nicht klar ersichtlich. Wobei das vermutlich kein allzu großes Problem darstellt, falls Sie nicht gerade mit streng geheimen Daten umgehen.

Bezüglich des Datenschutzes hat Google in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Und deswegen können Sie mittlerweile Google Analytics aus datenschutzrechtlicher Sicht auch völlig unbesorgt einsetzen. Allerdings geht das nicht ganz so automatisch, wie es wünschenswert wäre, der Tracking-Code muss angepasst werden. Wie Sie Analytics korrekt einrichten können, finden Sie bei Bedarf in meinem Artikel „Google Analytics und die DSGVO“.

Ein weiterer Nachteil liegt in der Tatsache, dass Sie mit Google Analytics nicht auf die erfassten Rohdaten zurückgreifen können, sondern nur auf die aufbereiteten Ergebnisse. Auch das stellt grundsätzlich für die allermeisten Anwender kein größeres Problem dar, problematisch wäre es nur dann, wenn Sie Berichte (beispielsweise aufgrund einer falschen Konfiguration) rückwirkend verändern müssten.

Google Analytics speichert diese Rohdaten übrigens durchaus, Sie haben lediglich als Standard-Anwender keinen Zugriff darauf. In der kostenpflichtigen Version „Analytics 360“ kann man auf diese Daten zugreifen, leider gibt es die aber erst ab US-$ 150.000 pro Jahr (nein, das ist kein Druckfehler).

Außerdem wird Google Analytics von vielen Sicherheits- und Datenschutzprogrammen blockiert (was allerdings beim Marktführer nicht so ungewöhnlich ist). Neben vielen frei erhältlichen Browser-Erweiterungen für alle marktüblichen Webbrowser blockiert mittlerweile auch Firefox (seit Juni 2019) in der Standardeinstellung Google Analytics. Um dieses Thema gibt es sehr viel Diskussionen, weil Mozilla hier eine Benutzerentscheidung selbständig vorwegnimmt und weil Firefox (Marktanteil 9,5 %) natürlich auch in Konkurrenz mit Google Chrome (Marktanteil 71 %) steht (Quelle: statista.com). Was allerdings nichts daran ändert, dass die Statistikfunktionen von Google Analytics durch solche Blocking-Systeme empfindlich eingeschränkt werden können.

Das Google Analytics ein ständiges Training erfordert, könnte man hingegen auch durchaus als Vorteil werten. Im Gegensatz zu vielen anderen Programmen wird Analytics eben ständig weiterentwickelt, neue Funktionen kommen hinzu und alte werden zusammengefasst. Und dadurch verändert sich auch die Benutzeroberfläche recht häufig ein wenig (meistens allerdings deutlich zum Besseren). Außerdem gibt es von Google sehr gute Hilfeseiten und Online-Kurse zu Analytics, das Problem ist daher durchaus beherrschbar.

Alternativen zu Google Analytics

Grundsätzlich könnte ich diesen Punkt aus meiner Sicht in einigen wenigen Worten abhandeln, denn eigentlich gibt es keine. Ich möchte Ihnen aber trotzdem ein paar Anhaltspunkte geben, falls Sie es selbst ausprobieren möchten.

In vielen Artikeln wird gerne einmal „Matomo“ (früher „Piwik“) als kostenfreie Open-Source-Alternative mit großem Funktionsumfang angepriesen. Leider stimmt das aber nicht so ganz. Viele Funktionen sind zweifellos vorhanden, kostenfrei ist das System allerdings nur dann, wenn Sie auch den Serverteil selbständig auf Ihrem Webserver installieren und konfigurieren (oder einen Provider finden, der das für Sie erledigt). Falls Sie das nicht möchten, können Sie auch die Server von Matomo selbst verwenden, dann sind allerdings mindestens € 19 pro Monat fällig.

Gerne wird auch „Clicky“ als Alternative empfohlen. Und Clicky können Sie auch tatsächlich in einer Basisversion kostenfrei verwenden, die allerdings mit Google Analytics absolut nicht vergleichbar ist. Die (ebenfalls kaum vergleichbaren) Pro-Versionen kosten ab US-$ 79,99 pro Jahr.

Auch „Open Web Analytics“ wird gerne einmal empfohlen. Die kostenlose Software verfügt über eine benutzerfreundliche Oberfläche und bietet durchaus mit Google Analytics vergleichbare Funktionen. Allerdings müssen Sie den Serverteil der Software auf Ihrem eigenen Webserver installieren und konfigurieren (oder durch Ihren Provider machen lassen), einen öffentlich zugänglichen Server gibt es hier nicht. Und die Update-Geschwindigkeit ist doch deutlich langsamer als bei Google Analytics, das letzte Update (Stand 10/2019) stammt vom Juni 2018 (Version 1.6.2).

Außerdem könnten Sie sich noch „Yandex Metrica“ ansehen. Die Software des russischen Suchmaschinen-Anbieters „Yandex“ ist eine recht verbreitete Alternative (mehr als 2 Millionen Live-Sites laut buildwith.com) zu Google Analytics und ebenfalls völlig kostenlos. Vom Funktionsumfang und den Kosten her werden Sie hier wohl noch am ehesten eine Alternative zu Google Analytics finden können. Die datenschutzrechtliche Situation möchte ich an dieser Stelle nicht vergleichen, laut den Informationen auf der Website von „Yandex Metrica“ lässt sich die Software aber DSGVO-konform verwenden.

Fazit

Letztendlich werden Sie um die Nutzung von Google Analytics kaum herumkommen, wenn Sie ein sehr gutes und ausgereiftes Produkt zum Tracking suchen. Mehr Funktionen werden Sie kostenfrei nirgends finden, und das Gebotene sollte eigentlich für so ziemlich jede Website ausreichen.

Außerdem lässt sich Google Analytics mittlerweile DSGVO-konform verwenden, dem Einsatz auf Ihrer Website sollte daher eigentlich nichts im Wege stehen.

In meinem Artikel „Google Analytics und die DSGVO“ finden Sie übrigens viele Information über die DSGVO-konforme Einrichtung von Google Analytics.

Claus Nehring

Der Autor ist freiberuflichler Web-Entwickler mit Sitz in Luxemburg. Er entwickelt seit mehr als 25 Jahren Websites für seine Kunden und hat sich in den letzten 12 Jahen auf Websites auf Basis von Wordpress spezialisiert. Er publiziert ständig Artikel zu Themen rund ums Internet in verschiedenen Foren.

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