CoronaGesellschaft

Die Gefahr der zweiten Welle

Sicherlich lässt sich die jetzige Corona-Pandemie nur sehr eingeschränkt mit der schwersten Epidemie der jüngeren Geschichte, der „Spanischen Grippe“ der Jahre 1918 bis 1920 vergleichen. Dazu unterscheiden sich unsere heutigen Mittel viel zu sehr von denen der damaligen Zeit.

Aber einige Lehren lassen sich doch aus längst vergangenen Epidemien ziehen. Eines der Dinge, die wir dabei im Auge behalten sollten, ist das Auftreten einer zweiten Welle. Mit dieser zweiten Welle befasst sich dieser Artikel.

Das Auftreten von Pandemien

Bisher sind alle Pandemien der jüngeren Zeit in mehreren Wellen aufgetreten, von denen die zweite meistens die schwerwiegendere war. Bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts waren für die meisten Pandemien Influenza-Viren verantwortlich, das änderte sich in den Jahren 2002/2003 mit dem Auftreten des ersten Corona-Virus (SARS-CoV). In jedem Fall hat es sich aber um hochansteckende Viren gehandelt, für die sich beim Menschen noch keine Herdenimmunität gebildet hatte. Die meisten dieser Viren waren über die Atemwege übertragbar, eine Ausnahme war lediglich das über Blut und Körperflüssigkeiten übertragbare HIV.

Leider trifft all dies auch auf das aktuelle und über die Atemwege übertragbare Corona-Virus (SARS-Cov-2) zu. Deswegen macht es durchaus Sinn, sich einmal die Ereignisse bei vergangenen Pandemien anzusehen.

Bisherige Pandemien

Pandemien sind nicht Neues. Alleine in den letzten 100 Jahren hat es mehrere schwere Influenza-Pandemien gegeben. Außerhalb davon gab es die bis heute andauernde HIV-Pandemie und das erste Auftreten eines pandemischen Corona-Virus (SARS-CoV).

  • Spanische Grippe von 1918–1920, 20–50 Millionen Tote
  • Asiatische Grippe von 1957–1958, 1–4 Millionen Tote
  • Hongkong-Grippe im Jahr 1968, 1–4 Millionen Tote
  • Russische Grippe von 1977–1978, 700.000 Tote
  • HIV/AIDS seit 1980 bis heute, 32 Millionen Tote bis Ende 2018
  • SARS-CoV von 2002–2003, trotz geringer Ausbreitung als Pandemie eingestuft
  • Schweinegrippe von 2009–2010, 100.000–400.000 Tote

Gerade die Spanische Grippe wird häufig als Vergleich für die heutige Pandemie herangezogen. Der Vergleich hinkt natürlich, weil sich die Behandlungs-Möglichkeiten von heute doch sehr von denen von damals unterscheiden. Und weil der Erreger zwischen dem Auftreten der ersten und der zweiten Welle mutiert ist, wonach es beim jetzigen Corona-Virus zum jetzigen Zeitpunkt glücklicherweise nicht aussieht. Außerdem hat die Spanische Grippe hauptsächlich Menschen im Alter von 20 bis 40 Jahren betroffen, während Covid-19 eher Menschen höheren Alters betrifft.

Aber die Spanische Grippe liefert trotzdem ein Beispiel dafür, wie sich eine zweite Welle entwickeln kann, wenn nicht sehr aufgepasst wird. Momentan befinden wir uns im ersten Bereich der ersten Welle, die Anzahl der Todesfälle flacht in einigen Ländern (hier Luxemburg, Deutschland und Spanien) bereits deutlich ab, in anderen (hier Frankreich, Großbritannien und USA) ist sie hingegen noch ansteigend.

Bei der Spanischen Grippe ist nach einem starken Anstieg Ende Juli 1918 zu sehen, gefolgt von einem Abflauen bis September 1918. Die zweite Welle folgte dann Anfang Oktober 1918 mit einer explosiven Zunahme der Fälle.

Die zweite Welle

In der Vergangenheit hat jede dieser Viren-Pandemien mit Übertragbarkeit über die Atemwege immer mehrere Pandemie-Wellen ausgelöst, von denen typischerweise die zweite Welle die gefährlichste war.

Und diese zweite Welle ist immer dann entstanden, wenn die getroffenen Eindämmungs-Maßnahmen zu früh wieder gelockert wurden und es infolgedessen eine übereilte Rückkehr in das normale Leben gegeben hat. Leider dürfte das auch beim aktuellen Corona-Virus nicht anders sein. Die Pandemie dürfte mittlerweile nur mit der Erkennung von Infektionen und strenger Quarantäne der Betroffenen kaum mehr zu bekämpfen sein.

Was übrigens nicht daran liegt, dass irgendein Verantwortlicher zu lange gezögert hätte, die Reaktionen sind in den allermeisten Staaten sehr zeitig erfolgt. Aber das aktuelle Corona-Virus ist bereits einige Tage vor Auftreten der Symptome sehr ansteckend, einem Virus mit diesem Infektionsverhalten stehen wir relativ hilflos gegenüber.

Und leider hilft selbst die schnelle Fallerkennung über Smartphone-Apps hier nicht unbedingt weiter. Ein Beispiel dafür liefert ausgerechnet der reiche Stadtstaat Singapur, der bisher eigentlich als Idealfall galt und sich jetzt trotzdem (oder gerade deswegen) am Anfang einer zweiten Pandemie-Welle befindet.

Das Beispiel Singapur

Singapur hat auf striktes Testen und Nachverfolgen, sofortiges Schließen der Grenzen und strenge digitale Überwachung gesetzt. Hotspots wurden geschlossen und mit strenger Quarantäne belegt, ansonsten ging das öffentliche Leben mehr oder weniger normal weiter. Und das auch durchaus mit Erfolg, bis in den März hinein gab es gerade einmal um die 200 Infektionen.

Aber gerade jetzt sieht man in Singapur die Grenzen der elektronischen Überwachung. Gut vier Wochen, nachdem der Staat die Situation als „unter Kontrolle“ eingeschätzt hat, steigt die Zahl der Infizierten unablässig an. Heute zählt Singapur bereits nahezu 3.000 an Covid-19 erkrankte Menschen, die Zahl dürfte noch für rund zwei Wochen steil ansteigen.

Diese zweite Welle zwingt das Land jetzt doch noch zu den Maßnahmen, die die meisten europäischen längst eingeführt haben. Das öffentliche Leben wurde weitgehend stillgelegt, Schulen geschlossen und ein striktes Ausgehverbot verhängt. Zuwiderhandlungen werden mit bis zu 6 Monaten Haft und einem Bußgeld von knapp 7.000 € bestraft.

Die höhere Anzahl der Infizierten in Luxemburg lässt sich übrigens sehr wahrscheinlich auf die erheblich höhere Anzahl der hier durchgeführten Tests zurückführen.

Der Einfluss des warmen Wetters

Die meisten der bisherigen größeren Pandemien wurden von Influenza-Viren ausgelöst. Diese Viren reagieren recht empfindlich auf Wärme. Dadurch ist die zweite Pandemie-Welle in den meisten Fällen erst im Herbst aufgetreten.

Das könnte bei SARS-CoV-2 leider etwas anders aussehen. Nach den bisherigen Erkenntnissen ist dieses Virus (wie übrigens auch erste Corona-Virus SARS-CoV von 2002) offenbar weniger anfällig für Wärme als Influenza-Viren. Nach den Angaben von Professor Christian Drosten von der Charité sieht es nach Modellrechnungen aus den USA nicht danach aus, dass sich die Pandemie in den Sommermonaten großartig verlangsamen wird.

Wir laufen also bei dieser Pandemie durchaus Gefahr, dass die zweite Welle relativ zeitnah auf uns zukommt, wenn wir jetzt eine Lockerung der Maßnahmen beschließen sollten.

Die Wirksamkeit der Maßnahmen

Die Wirksamkeit der jetzt in verschiedenen Ländern getroffenen Maßnahmen sollen zu einer Verlangsamung der Ausbreitung des Virus beitragen. Daneben versuchen die Länder, möglichst schnell die tatsächliche Verbreitung des Virus festzustellen, indem möglichst viele Tests durchgeführt werden.

Deswegen lässt sich die Wirksamkeit der Maßnahmen an zwei Kennzahlen feststellen. Da wäre zum einen die Entwicklung der festgestellten Infektionen im Tagesverlauf. Normalerweise weißt eine allmählich abflachende Kurve auf einen Rückgang des Zuwachses der Neu-Infektionen hin. Es ist allerdings zu berücksichtigen, dass ein solcher Rückgang auch, wie momentan gerade in Luxemburg, auf einen temporären Rückgang der Anzahl der Tests hinweisen kann.

Für die folgenden Vergleiche habe ich die Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg, Niederlande und Spanien gewählt. Luxemburg und Deutschland verfügen über erstklassige Gesundheits-Systeme und haben relativ früh einschneidende Maßnahmen getroffen, Frankreich und Spanien verfügen über weniger gut ausgebaute Gesundheits-Systeme und haben erst nach einem ersten starken Anstieg reagiert. Die Niederlande und Großbritannien wiederum haben lange versucht, ohne einschneidende Maßnahmen auszukommen und diese dann später doch eingeführt. Wobei sich die Niederlande noch in der allerersten Phase befinden und einen explosiven Anstieg bisher vermeiden konnten.

Die folgende Grafik zeigt die Anzahl der Infektionen im Tagesverlauf. Auffällig ist dabei hauptsächlich, dass der Anstieg in Luxemburg sehr moderat verläuft, was für die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen spricht. Allerdings hat auch die Anzahl der durchgeführten Tests in Luxemburg in den letzten Tagen abgenommen. In den Niederlanden ist die nahezu lineare Steigerung vermutlich auf das Erreichen der maximalen Testkapazität zurückzuführen.

In dieser Grafik ist ebenfalls die Anzahl der Neu-Infektionen im Tagesverlauf dargestellt, allerdings in Prozent der Bevölkerung des jeweiligen Landes. Die recht linear verlaufenden Kurven aller Länder weisen auf ein Erreichen der maximalen Testkapazitäten (die sogenannte Nachweisgrenze) hin. Allerdings wird im Vergleich zur obigen Grafik auch ersichtlich, dass in Luxemburg bezogen auf die Bevölkerungsgröße recht viele Tests durchgeführt werden.

Die Lockerung der Maßnahmen

Im Moment sehen wir in den meisten europäischen Ländern einen langsameren Anstieg der Fallzahlen. Ob das nun an der mangelnden Verfügbarkeit von Tests liegt (siehe auch meinen Artikel zum Thema Corona-Tests) oder an einer tatsächlichen Verlangsamung der Zunahme, sei hier einmal dahingestellt.

Aufgrund der unklaren Datenlage reagieren die einzelnen Länder Europas unterschiedlich. Im momentan am stärksten betroffenen Land Europas, in Spanien, wurde zwar die Ausgangssperre bis zum 25. April verlängert. Dennoch durften Betrieb in weiten Teilen Spaniens erneut öffnen, alleine in Madrid gingen rund 300.000 Menschen wieder zur Arbeit.

In Österreich werden ab dem 14. April kleinere Geschäfte sowie Bau- und Gartenmärkte wieder öffnen dürfen. Ab Mitte Mai sollen Gastronomiebetriebe wieder öffnen dürfen. Im Bundesland Tirol wurde sogar die Voll-Quarantäne bereits teilweise wieder aufgehoben.

Auch die Niederlande, die lange auf Ausgangssperren verzichtet haben, sind mittlerweile voll von der Pandemie erfasst worden. Die erst recht spät getroffenen Maßnahmen wurden gerade bis mindestens zum 28. April verlängert.

Auf der anderen Seite stehen Länder wie Frankreich, wo die Maßnahmen gerade bis zum 11. Mai verlängert wurden. In Irland und Großbritannien werden die Maßnahmen bis mindestens zum 5. Mai verlängert werden. In Deutschland und Luxemburg warten die Menschen weiterhin auf eine Entscheidung der jeweiligen Regierung.

Diese Liste ließe sich noch um viele weitere Länder fortsetzen. Nach den Zahlen der amerikanischen Johns Hopkins University sind derzeit 185 Länder weltweit mehr oder weniger stark von der Pandemie betroffen.

Leider sind viele der jetzt oder demnächst anlaufenden Lockerungen in vielen Ländern hauptsächlich aufgrund von politischem Druck seitens der Wirtschaft beschlossen worden. Inwiefern es Sinn machen kann, bei unklarer Datenlage in einem Land wie Spanien mehrere Millionen Menschen zur Arbeit gehen zu lassen, mag jeder für sich selbst entscheiden. Die Entscheidungen stützendes und gleichzeitig verlässliches Datenmaterial dürfte jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt in keinem Land der Welt vorliegen.

Die möglichen Folgen einer Lockerung

Die Folgen einer bestimmten Maßnahme hängt natürlich von der jeweiligen Maßnahme ab. Alle bisher beschlossenen Lockerungs-Maßnahmen der europäischen Länder bauen in hohem Masse auf die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln und setzen teilweise auch das Tragen von Schutzmasken voraus.

Aber interessanterweise dürfte das Problem nicht einmal so sehr in der direkten Folge der Lockerungen liegen, sondern eher an den indirekten Folgen auf das Bewegungsverhalten der Bevölkerung.

Wenn also beispielsweise in Spanien seit heute Bau- und Fabrikarbeiter wieder arbeiten dürfen, dann ist das direkte Risiko dieser Maßnahme (das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln einmal vorausgesetzt) recht überschaubar. Weniger überschaubar ist allerdings die Auswirkung der Tatsache, dass sich aufgrund dieser Lockerungs-Maßnahme Tag für Tag einige Millionen Menschen wieder zur Arbeit bewegen müssen, zu einem großen Teil vermutlich in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Ähnliches gilt für die Wiedereröffnung der Bau- und Gartenmärkte in Österreich und der Buchhandlungen und Reinigungen in Italien. Sicherlich ist der Schutz der Arbeitnehmer in diesen Geschäften relativ gut beherrschbar. Aber die Wiedereröffnungen werden dazu führen, dass die Bevölkerung diese Angebote auch nutzt. Und dann neben den Berufswegen der Angestellten auch wieder Teile der Bevölkerung das Haus verlassen werden, um diese Geschäfte zu besuchen.

Damit sorgen alle diese Lockerungs-Maßnahmen als Sekundäreffekt ganz automatisch auch dafür, dass die Menschen sich wieder mehr von zuhause fortbewegen. Und ob während dieser Bewegungen gerade im öffentlichen Nahverkehr) die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden (können), lässt sich weder überprüfen noch belegen. Und auch die weiterhin bestehenden Ausgangssperren dürften daran kaum etwas ändern, Denn es würde ja keinen großen Sinn machen, beispielsweise Buchhandlungen zu eröffnen und dann den Kundenbesuch zu verbieten.

Genau deswegen stellen diese Sekundäreffekte ein ziemlich großes und kaum erfassbares Risiko für jede Lockerungs-Maßnahme dar. Denn durch genau diese erneute Bewegung der Menschen zum Arbeiten und/oder Einkaufen könnte sich die Situation sehr schnell in Richtung einer zweiten Pandemie-Welle hin entwickeln.

Die Statistik sollte ungefähr 10 – 14 Tage nach einer solchen Lockerungs-Maßnahme einige Antworten auf die Frage nach den Folgen liefern. Und ich befürchte stark, dass diese Antworten nicht sehr positiv ausfallen werden.

Die Folgen für die Wirtschaft

Es ist unbestritten, dass die Wirtschaft sehr stark unter den Lockdown-Maßnahmen zu leiden hat. Laut einer aktuellen Prognose des IWF könnte das globale Wachstum 2020 um drei Prozent einbrechen. Hauptsächlich betroffen werden aufgrund eines prognostizierten Einbruchs der internationalen Warenlieferungen um mehr als elf Prozent Exportnationen wie Deutschland sein. Aber der Einbruch der Volkswirtschaften wird besonders für die europäischen Länder schmerzlich ausfallen.

Aber im Gegensatz zur Finanzkrise von 2008/2009, bei der die großen Schwellenländer wie China kaum betroffen waren, sind dieses Mal alle wichtigen Länder der Weltwirtschaft von der Krise betroffen.

Andererseits gehen aber auch viele Ökonomen davon aus, dass Länder, die sich sicher und effizient durch diese Pandemie manövrieren können, nach der Pandemie erhebliche wirtschaftliche Vorteile haben werden. Das liegt zum einen daran, dass Unternehmen gerade in Krisenzeiten gezielt nach den Staaten suchen, die einen Hort der Sicherheit darstellen. Und zum anderen werden Staaten mit einem effizienten Umgang die Folgen der Krise schneller wieder zu einem geordneten Wirtschaftsleben zurückfinden.

Genau hier könnte das Warten auf verlässliche Zahlen einen ganz erheblichen Vorteil gegenüber einem Vabanque-Spiel bieten. Denn dieses Abwarten eröffnet die Chancen auf eine an die Bedürfnisse angepassten, langfristig angelegten Exit-Strategie. Denn das Schlimmste, was einer Volkswirtschaft derzeit passieren könnte, wäre ein schnelles Auf und Ab verschiedener Maßnahmen, weil die Resultate eben nicht so ganz mit den Erwartungen übereinstimmen.

Aus diesem Grund wäre dann auch aus volkswirtschaftlichen Gründen das Warten auf verlässliche Zahlen höchstwahrscheinlich die bessere Strategie.

Zumal gerade Länder wie Luxemburg und Deutschland wirtschaftlich gut genug aufgestellt sind, um die Wirtschaft auch nach einem längeren Lockdown wieder ankurbeln zu können.

Das Fazit für Luxemburg

Aus der Sicht eines Statistikers würde ich für Luxemburg eher für eine Verlängerung der derzeitigen Maßnahmen um mindestens weitere zwei Wochen plädieren und die wirtschaftlichen Folgen für den Moment einmal außer Acht lassen (auch wenn mir das als Mensch natürlich zuwiderläuft). Die verfügbaren Zahlen lassen derzeit einfach keine verlässliche Prognose zu. Und deswegen wäre das Risiko für eine zweite Pandemie-Welle und ein darauffolgendes Auf und Ab verschiedener Eindämmungs-Maßnahmen zu hoch.

Die Gefahr einer zweiten Welle ist leider nicht von der Hand zu weisen. Würde Luxemburg durch eine Lockerung der Maßnahmen wieder auf die (schon recht moderate) Steigerungsrate der letzten 21 Tage zurückfallen (5,68 % pro Tage, Verdopplung in knapp 13 Tagen) würde das eine Überlastung des Gesundheitswesens in den nächsten 4 Wochen nach sich ziehen und könnte zu einer Infektion von rund 48.000 Menschen führen. Und genau diese Situation sollen die getroffenen Maßnahmen ja vermeiden.

Das heißt nun ausdrücklich nicht, dass alle der momentanen Einschränkungen für die nächsten Monate aufrechterhalten werden sollten oder müssten. Aber es wäre zum momentanen Zeitpunkt vermutlich sinnvoller, vor einer Entscheidung zunächst auf wirklich belastbare Zahlen zu warten. Denn die falsche Entscheidung wäre sowohl für die Menschen als auch für die Unternehmen fatal.

Derzeit ist eine Diskussion über den richtigen Zeitpunkt für Lockerungs-Maßnahmen daher unangebracht wie nie. Denn sie dient lediglich zum Aufbau von möglichst viel Druck auf die Regierung. Und eine durch diesen Druck ausgelöste frühzeitige Lockerung könnte für die Bevölkerung und die Wirtschaft dieses Landes verheerende Folgen haben.

In den nächsten zwei bis drei Wochen sollte Luxemburg über zumindest annähernd belastbare Zahlen über die tatsächliche Situation im Land verfügen. Und ich denke nicht, dass zwei oder drei zusätzliche Wochen ein so großes zusätzliches Risiko rechtfertigen würden.Wie denken Sie darüber? Schreiben Sie es mir in den Kommentaren.

Claus Nehring

Der Autor ist freiberuflicher Autor, Texter und Web-Entwickler mit Sitz in Luxemburg. Er ist diplomierter Informatiker und Statistiker und verfügt über jahrelange Erfahrung in der Visualisierung und Modellierung großer Datenmengen. Er publiziert Artikel zu Themen rund um Gesellschaft, Internet und verschiedene Wissenschaftsgebiete in seinem eigenen Blog und in verschiedenen Foren.

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